Fahrradtour Burg Wildenstein - Ebingen - Hechingen 2017


Es wurde Frühling und ich wollte endlich wieder raus! Ostern war es dann aber nichts. Das eigentlich verlängerte 1. Mai-Wochenende wurde aufgrund schlechter Wetter-aussichten für den 1. Mai daher auf eine normales Wochenende verkürzt und ich sollte es nicht bereuen.

Ich bin schon öfters durch das obere Donautal geradelt und habe dabei immer die wildromantisch über dem Donautal beim Kloster Beuron aufragenden Burg Wildenstein bewundert. Als alter Burgenliebhaber wollte ich dort unbedingt mal übernachten, denn die Burg aus dem 16. Jahrhundert ist heute ein Jugendherberge.

Die Vorplanung der Strecke habe ich mit Hilfe des Tourenplaners von Komoot gemacht. Man registriert sich dort und kauft für ca. € 30,00 das komplette Kartenpaket. Daheim gibt man für die zu planende Tour ein, für welchen Fahrradtyp sie sein soll und plant dann auf der Landkarte munter drauflos.
Ist man fertig, lädt man die Tour auf sein Smartphone, auf das man zuvor natürlich die entsprechende App geladen hat. Die Karte ist dann offline verfügbar und per GPS geht es dann los. Fällt einem unterwegs ein, dass man die Strecke ändern will, so geht das auch prima über das Smartphone.

Der gesamte Streckenverlauf  Herbertingen - Hechingen kann durch entsprechendes Anklicken angesehen werden.
Die Klammerangaben sind Höhenmeter. 
 

1. Tag: Anreise nach Herbertingen und Fahrt zur Burg Wildenstein 45 km   

Gegen Mittag fuhr ich mit dem Zug zunächst nach Herbertingen, die obligatorische Verspätung der Bahn und den verpassten Anschlusszug in Ulm inbegriffen. Von Herbertingen aus ging es auf dem Donauradweg über Scheer in die Hohenzollernstadt Sigmaringen (577), ein ansehnliches Städtchen mit einem Hohenzollernschloss (schwäbische Linie), welches besichtigt werden kann und sollte!. Vor einigen Jahrzehnten, als die Stadt noch ein großer Bundeswehrstandort war, verbrachte ich meine Dienstzeit dort. In einem Café bei einem leckeren Stück Torte hing ich der einen oder anderen                   Hohenzollernschloss Sigmaringen

schönen Erinnerung
 nach (weniger der Bund, der aber damals auch nicht so übel war, Afghanistaneinsätze o.ä. gab es noch nicht, sondern die eine oder andere damalige Bewohnerin :-) ).

Nach Laiz verließ ich das Donautal, kurbelte bei zunehmenden Sonnenschein über das Kloster Inzigkofen (625) hinauf auf die sonnige Hochfläche und fuhr durch eine leicht hügelige Landschaft durch einige kleinere Dörfer und schließlich über Leibertingen zur Jugendherberge Burg Wildenstein (811). Optisch etwas störend war der große Baukran, aber so alte Gemäuer müssen hin und wieder halt saniert werden. In Jugendherbergen kommt man nur als Mitglied rein. Der Jahresbeitrag ist allerdings mit € 27,50 (Ü 27) wirklich nicht der Rede wert. Mit etwas Glück, wie in meinem Fall, bekommt man ein Einzelzimmer und zahlt dann für Abendessen, Übernachtung und Frühstück rund
€ 37,00.
Die Burgenromantik und viel Familientrubel gibt es gratis dazu. Der Speisesaal hat noch alte Wandmalereien. Im Burgrestaurant beeindruckt eine schöne alte Holzdecke und auch sonst ist das Anwesen so, wie man sich eine richtig tolle Burg vorstellt. Vorburg, tiefer Burggraben mit ursprünglich zwei Zugbrücken und mächtige Hauptburg mit Burghof und  Burgbrunnen bzw. Zisterne und dazu ein atemberaubender Blick auf das tief unten liegende Donautal.

 

               

                    Burg Wildenstein Eingang                                                   Burg Wildenstein Burghof                                                           Burg Wildenstein Donaublick

 

Nach einem ordentlichen Abendessen mit anschließendem "Verdauungsspaziergängle" ging es dann noch in die Burgschenke auf ein Viertele Weißherbst, bevor ich mich dann mit meinem - passend mittelalterlichen - Reisekrimi ins Bett legte.

                                                                                                                                                                 

 2. Tag: Burg Wildenstein - Ebingen (Albstadt) - Hechingen 74 km                                                                                                                                                                                                                          
Am nächsten Morgen begrüßte mich ein strahlend blauer Frühlingshimmel. Über einen Forstweg, den ich bergauf ganz sicher nicht geradelt wäre, auch nicht mit "E", ging es von 811 Höhenmetern hinab ins Donautal in der Nähe von Beuron auf 648 Höhenmeter. Unten angekommen, entpuppte sich dieser Weg doch tatsächlich als offiziell ausge-schilderter Radweg hoch zur Burg und nach Leibertingen!

Man befindet sich in diesem Gebiet mitten im Durchbruch der Donau durch die Schwäbische Alb. Rechts und links also immer wieder schöne Felsformationen, zwischendrin öfters mal eine Burg oder Burgruine.

Immer entlang der Donau, das ist hier ein echter Flussradweg, passiert man Burgen wie z. B. das füstenbergische Schloß Werenwang, Orte wie Hausen mit seinem idyllischen Campingplatz direkt am Fluss oder Thierhaupten, Gutenstein und Dietfurt (582). Die beiden letzten Orte erneut mit Burg bzw. Burgruine. Zu Beginn einer großen Flussschleife vor Gutenstein durchquert die Bahnlinie wieder mal den Berg und man kann dort schöne Fotos schießen, wenn die Bahn gerade aus dem Tunnel rauskommt oder reinfährt.

Kurz nach Dietfurt heißt es dann etwas aufpassen. Hier folgt man dem abzweigenden Weg Richtung Albstadt-Ebingen hinein in das kleinere, aber nicht weniger schöne Schmeiental.
Es zeigte sich wieder einmal, dass es für mich in der Schwäbischen Alb immer noch etwas zu entdecken gibt.

            Donautal mit Schloß Werenwang                                                                                                                                                    Donautal unterhalb Hausen


Da es kurz zuvor auf der Alb noch geschneit hatte, plätscherte selbst dieses Nebenflüsschen recht munter vor sich hin. Man durchradelt viel schöne Landschaft und einige kleinere Dörfer. Kurz vor Ebingen gab es wieder mal eine Burg zu sehen, die Burg Straßberg.


Ebingen (731) wurde im Zuge der Gemeindereform in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts mit Tailfingen und einigen kleineren Gemeinden der Gegend zu "Albstadt" mehr oder weniger zwangs-vereinigt. Schon geographisch haben die Städte nicht viel miteinander zu tun, aber das war damals so eine politische Modewelle.
Da ich gegen Mittag in Ebingen ankam, versuchte ich in der Innenstadt ein Restaurant zum Essen zu finden. Ohne Erfolg! Ich fand dort nur Cafés oder Ähnliches. Erst am Ortssende Richtung Balingen fand sich dann ein guter Italiener, der allerdings auch schon fast am Schließen war, es war nämlich kurz vor 14.00 Uhr!
Immerhin war man dort so nett, mich kurz vor Küchenschluss noch mit Ia Tagliatelle a la Maestro zu verwöhnen.
 


                        Schmeiental                                                                    Burg Straßberg
 

Der Tag war sonnig, es war wurde schön warm und ich hatte erst ca. 50 km hinter mir. Also entschloss ich mich spontan, nicht wie ursprünglich geplant in Ebingen in den Zug nach Hause zu steigen, sondern ganz über die Alb und weiter bis Hechingen zu radeln. Glücklicherweise unterstützt das Navisystem Komoot solche spontanen Ideen.
Man tippt einfach auf der Landkarte auf dem Smartphone auf den neuen Zielpunkt, hier also Hechingen, und dann ergänzt bzw. ändert Komoot die Strecke entsprechend.
Es stellte sich heraus, dass dies eine gute Idee war. Nunmehr ging es nämlich kurz vor Lautlingen hinein in das Tal der Eyach. Sowohl das Flüsschen, eher schon Bächlein wie auch das Tal waren wieder eine Nummer kleiner aber erneut sehr idyllisch. Dies fanden wohl auch viele Wanderer, die ich überholte.

 
Über Margrethausen und Pfeffingen radelte ich das schöne Eyachtal hinauf bis zur Quelle. Dort befindet sich auch ein  Grillplatz und für Kinder (und Erwachsene??) ein kleiner Teich mit einer archimedischen Schraube, die ich, Kind im Manne, natürlich ausprobiert habe.
Nach einer kurzen Rast ging es weiter hinauf zum höchsten Punkt der Tour auf die Alb auf 884 Höhenmeter, und zwar, wie in den Mittelge-birgen manchmal der Fall, nicht in Serpentinen sondern einfach steil gerade hoch. Kurz danach kommt man an die Albkante Richtung Neckarebene und nun geht es auf einer Landstraße, die vermutlich auch Biker lieben, rasant bergab bis zunächst Thannheim. Nähert
man sich Zimmern unten im Tal, so grüßt von Weitem die andere Hohenzollernburg der preußischen Linie, die zwar nicht "echt" ist, da erst zu Kaiserzeiten von 1850 - 1867 als dritte Burg auf dem Berg aufgebaut, aber trotzdem schön anzusehen und besichtigenswert ist.

                                  Eyachquelle                                                                                                                                                                          Burg Hohenzollern


Bis Hechingen (528) war es nun nicht mehr weit und ich gönnte mir zum Tourabschluss in der Innenstadt noch ein schönes Stück Erdbeerkuchen samt Kaffee.
Anschließend ging es zum Bahnhof und über Tübingen und Plochingen landete ich am Abend zu Hause in Göppingen.


So liebe Radlerfreunde, das war mein Bericht über diese kleine, aber feine Tour.

Wer mir etwas zu dieser Seite schreiben will, kann gerne eine Email senden.

Weitere Radtourenberichte auf: Meine Radtouren

Besucherzahl dieser Seite: